Zum Hoteldirektor werden und Insektenhotels im Garten eröffnen

Grand Opening des Insektenhotels! Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, ein eigenes Hotel zu führen, alles nach seinen Vorstellungen einzurichten, liebevoll zu gestalten und dann die ersten Gäste zu begrüßen: Da es meist dann doch für das richtige Luxushotel nicht reicht, begnügen sich viele Hobbygärtner lieber mit einem Insektenhotel und heißen Käfer, Fliege, Wespe und Biene willkommen.

Die Parallelen zum echten Hotelbetrieb sind dabei kaum zu übersehen.

Entscheidend ist wie bei Hotels in Urlaubsregionen zunächst einmal die Lage: Wo es für Urlauber darauf ankommt, dass zum Beispiel der Strand – wie es in Prospekten immer so schön heißt – fußläufig erreichbar ist, dass Einkaufsmöglichkeiten und Entertainment in der Nähe sind und dass auch der Flughafen zur An- und Abreise nicht allzu weit entfernt sind, haben Insekten natürlicherweise andere Vorlieben. Doch der Standort des Insektenhotels ist eine entscheidende Variable dafür, ob es als Unterschlupf angenommen oder links liegen gelassen wird. Ruhig sollte es gelegen sein, am Besten mit Ausrichtung gen Süden, wo es vielen warmen Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Falls das Insektenhotel auch zum Winterquartier werden soll, dann führt natürlich kein Weg an einem möglichst witterungsgeschützten Standort vorbei. Auch die Nähe zu Nahrungsmöglichkeiten ist ein echter Vorteil: Blumen, Bäume, Gräser und blühende Pflanzen in der direkten Nähe – ein echter Standortvorteil!

 

Qual der richtigen Wahl: Wohin mit dem Insektenhotel?

Die Lage eines Insektenhotels mit „im Garten“ zu beschreiben, ist also weitaus zu kurz gedacht, denn hier gibt es zahllose Unterschiede: Es kommt darauf an, ob der Insektenunterschlupf

  • am Baum befestigt ist
  • an der Hauswand hängt
  • freistehend ist
  • versteckt hinter Sträuchern und Büschen liegt
  • nach der richtigen Himmelsrichtung ausgerichtet ist

Eine weitere nicht zu unterschätzende Sache ist der Eingangsbereich des Insektenhotels.

So wie in echten Zwei-, Drei, -Vier- oder Fünf-Sterne-Tempeln bilden Zufahrt und Foyer die Visitenkarte des Hotels. Der erste Eindruck zählt – sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Bei den Insekten hat der Eingang aber weniger optische Bedeutung, als ganz praktische: Passt die Wildbiene überhaupt hinein? Kann sich der Marienkäfer in eines der Röhrchen quetschen oder versucht er sein Glück in den Holzspalten? Der Vorteil bei einem Insektenhotel ist, dass es meistenfalls eine ganze Vielzahl verschiedenster Insekten aufnehmen kann.

Wo Schmetterlingshäuser oder Hummelhäuser spezialisiert sind, gilt die Insekten-Hotellerie als Universal-Wohnstatt mit vielen Zimmern und machen Luxussuiten. Es hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab, welche Insektengattungen sich letztlich ansiedeln.

Ebenfalls wie in einem richtigen Hotel spielt die Inneneinrichtung eine große Rolle. Hier geht es nicht um ein gemütliches Bett, ein schönes Bad und einen geräumigen Kleiderschrank, sondern um ideale Bedingungen für die Bedürfnisse der jeweiligen Insekten.

Es wird dementsprechend gezielt befüllt: Dafür eignen sich beispielsweise Holz, Stroh, Grashalme, Lehm, Sand, Tannenzapfen, Schilfrohrhalme. Je vielseitiger die Einrichtung, desto vielfältiger werden auch die Bewohner mit ihren unterschiedlichen Vorlieben sein.

 

Design, das Insekten begeistert: mit Tannenzapfen und natürlichen Baustoffen

Wichtig ist nur eines: Natürlichkeit! Sowohl bei der Inneneinrichtung als auch bei den Materialien des Grundbaus: Holz in allen Variationen, aber unbehandelt und ohne chemische Imprägnierung.

Dennoch sind die meisten Insektenhotels – ganz zur Freude der menschlichen „Hoteldirektoren“ und Gartenbesitzer – ein echter Hingucker. Eine Optik, die weniger die Insekten interessiert als den Menschen. Aber ein dekorativer Mehrwert durch aufwändige und detailreiche Gestaltungselemente mit ganz eigenem Charme und dem gewissen Etwas schadet letztlich auch nicht.

So verschieden und doch so ähnlich: Insektenhotels erfolgreich zu führen ist (fast, aber nur fast) so ein hartes Geschäft wie ein echtes Hotel zu eröffnen. Doch es lohnt sich als toller Beitrag zum Umweltschutz immer wieder aufs Neue.